Im Sommer 2005 traf sich die damals neue Geschäftsführerin des BBW – Frau Helling - mit der Schulleiterin der SK Friedrichstadt – Frau Petermann, um dieser die Möglichkeiten des Bildungsdienstleisters BBW bezüglich der Berufsausbildung vorzustellen. Die Schulleiterin sah damals bereits die Notwendigkeit, den Schülern Berufe, Berufsbilder und entsprechende Tätigkeiten näherzubringen. Schnell war eine gemeinsame Basis gefunden, die Erprobung von Praxistagen im BBW für die Schüler der 9. Klassen wurde vereinbart. Die Schüler nahmen ab dem neuen Schuljahr 2005/2006 zweimal im Monat an einem Projekttag in den Ausbildungskabinetten des Bildungsdienstleisters teil.
In den Bereichen
· Gastronomie/Hauswirtschaft
· Farbe/Gestaltung
· Metalltechnik
entwickelten die Mitarbeiter des BBW spezielle Projekte, an denen die Schüler dann mit den Ausbildern arbeiteten.
Bald gab es weitere Sekundarschulen, die ebensolche Angebote in Anspruch nehmen wollten – da es aber bisher keine finanzielle Unterstützung gab, war das für uns im BBW nicht so leicht möglich. Somit wurden passende Förderungen gesucht.
Über eine Landesförderung für berufsbezogene Projekte mit Sekundarschülern fanden wir diese Möglichkeit und kreierten das Projekt „TABEO – Tage der Berufsorientierung“ Wir schlossen Kooperationen mit weiteren Schulen und erhielten dann 2006 aus den Händen unseres Ministerpräsidenten Dr. R. Haseloff persönlich den Förderbescheid. Ab 2007 entwickelten wir dann über die Landesrichtlinie LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke/ESF) neue Mikroprojekte zur Berufsorientierung und machten den Schulen für ganz spezielle berufliche Tätigkeiten Projektangebote:
· Pneumatik/Pneumatik
· Chemietechnik/Laborarbeit
· Elektrotechnik
Nach vielen Gesprächen mit Netzwerkpartnern und Entscheidern im Zusammenhang mit dem Thema Berufsorientierung für Schüler erreichten wir 2007 dann den nächsten Meilenstein – das landesweite Berufsorientierungsprojekt „BRAFO – BerufswahlRichtigAngehenFrühzeitigOrientieren“ startete und wir erhielten im BBW den Zuschlag! Alle Sekundarschulen konnten mit den Schülern der 7. Klassen daran teilnehmen. Für die Förderschulen des Landkreises war die Maßnahme ebenso offen und durch frühzeitige Gespräche mit den Schulleitern der Förderschulen des Landkreises nahmen auch die Förderschulen von Anfang an teil.
Ab 2008 konnten wir dann den Schulen des Landkreises auch ein weiterführendes Angebot für die Klassenstufe 8 machen. Wir setzten das Projekt TABEO mit der Förderung des BiBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) unter einer neuen Bundesförderrichtlinie und unter neuen Vorzeichen fort. Die Schüler konnten sich an seither sogar an 10 Tagen an einem anderen Lernort (BBW) in bis zu 10 verschiedenen Berufsrichtungen ausprobieren. Ab 2015 kam dann noch eine vorgeschaltete Potenzialanalyse (2 Tage) für die Schüler hinzu – aus TABEO wurde TABEO plus.
Der nächste interessante Abschnitt unsere Arbeit in der Berufsorientierung begann dann 2021 mit eine neuen und umfassenderen Projektumsetzung mit BRAFO. Die Schüler hatten in diesem Projekt die Gelegenheit, in den Klassenstufen 7,8 und 9 zielgerichtet und ergebnisorientiert am Projekt teilzunehmen. Die Palette der Möglichkeiten für die Schüler erweiterte sich, folgende Tätigkeitsfelder konnten erprobt werden:
Im gleichen Zeitraum (2020/21) nahmen wir auch mit den Gymnasien des Landkreises Kontakt auf und machten Angebote für die praktische Berufsorientierung. Die Förderung des BiBB für Modellversuche mit Gymnasien unterstützte diese Idee. Nach erfolgreicher Antragstellung begannen wir mit dem Gymnasium Jessen das Projekt BOGY – Berufsorientierung am Gymnasium, welches wir bis zum heutigen Tag gemeinsam durchführen. In der letzten Schulwoche 2025 haben wir die dann vorerst letzten Schülerinnen und Schüler im Berufsorientierungsprojekt BRAFO (https://www.bbw-wittenberg.de/pro.../berufsorientierung.html) bei uns begrüßt. Nach zwei Jahrzehnten der erfolgreichen Berufsorientierung (mit sicher weit mehr als 10.000 Schülerinnen und Schülern) müssen wir uns nunmehr unfreiwillig vom Landesprojekt BRAFO verabschieden und anderen Akteuren das Feld überlassen.
Wir bedanken uns bei allen Sekundarschulen, Gesamtschulen, Gemeinschaftsschulen und Förderschulen im Landkreis Wittenberg für die jahrelange super Zusammenarbeit. Das BBW steht natürlich auch weiter allen Schulen für individuelle Projekte zur Verfügung und die Schülerinnen und Schüler sehen wir dann sicher als Azubis in unserer Verbundausbildung mit den regionalen Unternehmen (https://www.bbw-wittenberg.de/berufsausbildung.html ) wieder.