Arbeitsgelegenheiten (AGH)

35plus - Stabilisierung und Teilhabe am Arbeitsleben

Für unsere Region zeichnet sich eine Verschärfung des Fachkräftemangels bzw. des Arbeitskräftemangels allgemein in den Unternehmen ab. Hinzu kommt eine verstärkte Differenzierung durch die Digitalisierung zwischen einfachen Hilfsarbeiten und hochkomplexen Fachaufgaben. Insofern ist die Erschließung des Potenzials Langzeitarbeitsloser eine große Chance, die Bedarfe der hiesigen Betriebe zu decken und deshalb zentrales Ziel des Projekts „35plus – Stabilisierung und Teilhabe am Arbeitsleben“.

Aus unseren vielfältigen Projekten und Netzwerken zur Unterstützung des regionalen Arbeits- und Bildungsmarktes haben wir sowohl interne als auch externe Einsatzstellen erschlossen. Die Einsatzorte ermöglichen jungen und älteren Teilnehmenden jeden Geschlechts Möglichkeiten, den Arbeitsalltag zu trainieren und sich neue berufliche Handlungsfelder und Arbeitsperspektiven zu erarbeiten. Durch die rege Netzwerkarbeit der beteiligten Einsatzstellen entstehen für die Teilnehmenden Chancen, Kontakte zu betrieblichen Entscheidern zu knüpfen.

Die Aufgaben sind darauf ausgerichtet, die Teilnehmenden in der Einsatzstelle in die täglichen Routinen einzubeziehen und eigene Verantwortung zu übertragen bzw. positiv erlebbare Arbeitsergebnisse zu ermöglichen. Dabei liegen die Schwerpunkte der Einsatzstellen in den Bereichen Sportbetreuung, Bildungs- und Kulturarbeit, Werkstatt und Wohlfahrt sowie Arbeiten im grünen Bereich. Die Arbeitsgelegenheiten sind auf die Dauer bis zu 3 Jahren ausgerichtet, entsprechende witterungsgerechte Inhalte sind vorhanden und besprochen. Auch die Anpassung der Aufgaben an die Weiterentwicklung der Teilnehmenden über die Dauer ihres Einsatzes ist realisierbar und besprochen.

Der Schwerpunkt der Arbeitsgelegenheiten liegt auf dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Sie verdrängen oder ersetzen keine bestehenden Arbeitsplätze. Sie sind zusätzlich eingerichtet für Aufgaben, die aufgrund der angespannten Haushaltslage der beteiligten Vereine und Kommunaleinrichtungen ohne dieses Projekt unerledigt bleiben würden. Die inhaltliche und organisatorische Gestaltung der Arbeitsgelegenheiten können jederzeit individuell an deren Fähigkeiten und Fertigkeiten angepasst werden, um eine Überforderung und auch eine Unterforderung zu vermeiden. Sie sind so angelegt, dass sie situativ auf die individuellen Problemlagen der Teilnehmenden angepasst werden können.

Wir freuen uns, dass wir insgesamt 25 Einsatzstellen bereitstellen können. Sie konzentrieren sich nicht nur auf die Lutherstadt Wittenberg, auch im Stadtgebiet Zahna-Elster und Kemberg bieten wir attraktive Arbeitsgelegenheiten an. Bereits 22 Langzeitarbeitslose nehmen die Herausforderung an, sich dem Arbeitsalltag wieder zu stellen, ihre Fähigkeiten zu beweisen und den notwendigen Bedarf zur Verbesserung ihrer beruflichen Einsatzfähigkeit herauszustellen. Wir begleiten Sie sehr gern dabei.




Arbeitsgelegenheiten (AGH) für Flüchtlinge 01.08.2016 - 31.12.2016

„Die aktuelle Flüchtlingssituation im Land erfordert eine schnelle soziale und berufliche Eingliederung von Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive. Nur durch erfolgreiche Integration können die Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und die Gesellschaft stärken. Um diesen Prozess voranzubringen ist es erforderlich, entsprechende Angebote zur Integration von Flüchtlingen, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, zu schaffen.

Im Rahmen des Landesprogramms „AGH für Flüchtlinge“ werden juristische Personen des öffentlichen Rechts und Einrichtungen des privaten Rechts mit Sitz in Sachsen-Anhalt gefördert. Zuwendungsfähig sind Ausgaben für sozialpädagogische Betreuung und Begleitung, Koordinierung weiterführender Maßnahmen und erforderliche Sprachmittlung während der Teilnahme an Arbeitsgelegenheiten. Diese Arbeitsgelegenheiten sollten als Teilzeitbeschäftigungen ausgerichtet werden, um den Projektteilnehmer/innen die Teilnahme z.B. an Deutschunterricht zu ermöglichen.“

BBW hat sich um die Durchführung dieser Maßnahme beim Landkreis Wittenberg nach entsprechender Ausschreibung beworben und ein positives Votum der Regionalen Arbeitskreises (RAK) erhalten. Für die erforderliche Sprachmittlung haben wir einen jungen Mann eingestellt, der selber Flüchtling ist, bereits eine Arbeitserlaubnis hat und arabisch, deutsch, englisch und französisch spricht.


Seit August sind nunmehr 21 Flüchtlinge für diese Arbeitsgelegenheiten geplant. Einsatzstellen sind u.a.

  • Diakonie
  • Wittenberger Tafel
  • NABU – Zentrum im Stadtwald
  • Tierheim
  • Stadt Wittenberg
  • Stadt Gräfenhainichen
  • Stadt Oranienbaum – Wörlitz
  • Stadt Coswig
  • Stadt Jessen
  • Stadt Annaburg

13.01.2017. Im Zeitraum von August bis Dezember 2016 betreute das BBW e. V. 21 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge im Landkreis Wittenberg mit insgesamt 33 Teilnehmern. Diese wurden in den Einsatzstellen bei den kommunalen Einrichtungen, der Diakonie, der Wittenberger Tafel, dem NABU-Zentrum und dem Tierheim gern aufgenommen.

Die Betreuung durch das BBW e. V. umfasste dabei nicht nur Hilfen bei der Überwindung der Sprachbarrieren zwischen den Flüchtlingen und den Mitarbeitern der Einsatzstellen, sondern darüber hinaus auch die Vermittlung allgemein üblicher Regeln in der Arbeitsorganisation und der Abstimmung von Berufs- und Familienleben in Deutschland. Den Teilnehmern wurden verschiedene Möglichkeiten der künftigen Arbeitsgestaltung und Chancen zur Eingliederung durch Aufgaben im Ehrenamt und Vereinsleben aufgezeigt.

Die Einsatzstellenleiter, Ehrenamtlichen und Teilnehmer aus anderen Projekten haben die Flüchtlinge in ihre Aufgaben eingebunden und an Ihrem Alltag teilhaben lassen. Auch bei den Bürgern der Gemeinden bzw. den Nutzern der angebotenen Leistungen der Einsatzstellen erfuhren die Teilnehmer große Wertschätzung. Sie wurden als aufgeschlossene, interessierte und fleißige Mitbürger wahrgenommen. Ihre Arbeit wurde als zusätzliche Leistung zur Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens in den Gemeinden anerkannt.

An allen Stellen kamen Alteingesessene und Zuwanderer miteinander ins Gespräch, Vorurteile konnten auf beiden Seiten abgebaut werden. Wichtige Grundlagen des Zusammenlebens in unserer Region wurden vermittelt und werden den Flüchtlingen bei ihrer weiteren Integration in das Leben und die Arbeit in Deutschland helfen.

Für unsere begleitenden Mitarbeiter war die wichtigste Rückmeldung der Teilnehmer jedoch, dass ihnen die Arbeit Spaß gemacht hat, dass sie auch weiterhin aktiv sein möchten und alle Möglichkeiten nutzen werden, in das Arbeitsleben und die Kulturgestaltung der Region einzutreten.

Kontakt


Bildungszentrum
für Beruf und Wirtschaft e.V.
Dessauer Straße 134
06886 Lutherstadt Wittenberg

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 07:00 - 16:00 Uhr

Tel.:03491 42 99 100
Fax:03491 42 99 116
E-Mail:info@bbw-wittenberg.de

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